Nokia 3110 classic – Handy für Haptiker

Juni 13th, 2009 | Tags: ,

Nach langer Zeit der inneren Unruhe hat es mich mal wieder überkommen – ich habe mir ein neues Handy zugelegt. Meine Wünsche lassen sich kurz zusammenfassen:

  • Abgleich mit dem Computer sollte möglich sein um Kontakte zu pflegen
  • Ebenso sollte ein gut bedienbarer Kalender drin sein
  • Hauptsächliche Nutzung für Telefonieren und SMS
  • Webzugang soll aber möglich sein
  • Nicht zu teuer, kein Fetisch – wenn’s in den Gulli fällt, will ich nicht arm sein
  • Es soll einfach bedienbar und anfassbar sein

Nachdem ich einen Blick auf das Nokia 6300 und auch auf das Nokia 5310 XpressMusic geworfen hatte, habe ich mich dann für das Nokia 3110 classic entschieden.

Der Grund war eigentlich, dass ich die Tastatur einfach einmalig fand. Während viele Modelle heute mit so kleinen Tasten kommen, dass man sie kaum noch spürt, brauche ich etwas, was man richtig anfassen kann. Die Tasten sind schön groß, gleichmäßig hinterleuchtet und haben einen harten sauberen Druckpunkt, gar nicht zu vergleichen mit meinem vorherigen 25 € Handy. Das Gleiche gilt für das angenehm breite Steuerkreuz. Aber nicht nur die Mechanik stimmt, auch das Betriebssystem reagiert superschnell. An- und Abschalten geht Ruckzuck und auch verschiedene Profile lassen sich über den großen An-Aus-Schalter am Kopfende leicht wählen, wenn man diesen nur kurz betätigt.

Das Display ist groß genug bzw. reicht für meine Zwecke. Wem’s doch nicht reicht, kann ja zum Nokia 3110 evolve greifen, da ist noch mehr zu sehen. Für mich ist ein Handy ein Gebrauchsgegenstand (der auch verschleißt) und keine Investition. Wie man sich für 500 € etwas kaufen kann, nur um zu Telefonieren und am Ende ein bisschen im Web zu daddeln, wird mir vermutlich immer verschlossen bleiben. Für mich viel wichtiger ist, dass ein Handy robust ist, staubdicht und in die Arschbackentasche passt ohne zu sehr aufzutragen oder durchzubrechen. Das 3110c ist zwar nicht superschlank, aber auch nicht unangenehm dickleibig. Es pass ein 970 mAh Standard-Akku rein, der auch ‘ne ganze Weile hält, was erfreulich ist. Nichts ist ärgerlicher, als ein Handy, was ständig am Kabel hängt.

Bluetooth ist drin, ebenso aber auch ein USB-Anschluss und Infrarot – für Nostalgiker. Zumindest über die ersten beiden lässt sich das Gerät mit der von Nokia herunterzuladenden Suite beackern. Hier kann man schön seinen Kalender pflegen, kann sogar, wenn man es will, mit Outlook synchronisieren und sogar SMS am Bildschirm tippen und dann via Handy versenden. Letzteres Finde ich recht entspannend, da ich dann doch nicht der begnadete Vielknibbler bin.

Die eingebaute Kamera reicht, um einen (hoffentlich seltenen) Autounfall zu dokumentieren, aber der Sensor rauscht schon mächtig und der Weißabgleich bezieht sich mit seiner Automatik immer auf das ganze Bild, nicht auf einen Focus. Heraus kommen dabei Bilder, die man – naja, lieber nicht aufheben möchte. Für irgendwelche Blödelfotos oder liebe Grüße per MMS reichts natürlich.

Ein Medien- und Musikplayer ist auch eingebaut, wobei ich mangels Stereo-Headset bzw. Kopfhörer mit 2,5mm-Buchse oder Adapter bisher noch nicht wirklich testen konnte, wie das Teil klingt. Im Web liest man viel Gutes – aber im Web werden dafür auch mal Leute von Firmen bezahlt. Ich werd’s irgendwann demnächst wissen und kommentieren. Im Bereich Fotos, Video und MP3 geht natürlich erst richtig was, wenn eine Micro-SD-Karte drin ist – maximal 2 GB gehen rein. Hat knapp über 6€ gekostet, oh mann, das sind Zeiten…

Das Series 40 Betriebssystem ist schön zu benutzen. Wo es geht, habe ich die Schrift verkleinert, da das Display nicht riesig ist. Meine Augen sind noch gut. Bei vollem Sonnenlicht wird’s problematisch, ansonsten ist das Display absolut klar und hell. Ebenso habe ich mir die Tasten belegt, dass ich z.B. den SMS-Eingang gleich auf Knopfdruck habe und auch das eingebaute Diktiergerät habe ich auf Schnellwahl. Das Handy habe ich immer dabei und so ist schnell mal ein Gedanke festgehalten, ohne, dass man immer irgendwo rumkritzeln muss – bei mir sind’s vor allem auch Ideen für Gedichte.

Videos machen geht auch, aber bei einer Auflösung von maximal 176×144 Pixel ist sowas im Web vermutlich eher als animiertes Icon zu gebrauchen, als als Aufnahme für heute gängige Videoportale. Nun, wenn man fest daran glaubt, mit Filmchen von zusammenbrechenden Hochhäusern und abstürzenden Flugzeugen reich zu werden, sollte man vielleicht mehr investieren.

Fazit

Abschließend muss ich sagen, dass mein Selbstbild als Konsumverweigerer nun natürlich auf ewig geschändet ist, ich aber ein sehr zufriedenstellendes Handy habe, was mir das Mitschleppen weiterer Notizbücher etc. erspart und welches trotzdem noch erschwinglich ist. Und merke: Handys, die mehr können, gibt’s immer.

  1. Juni 30th, 2010 at 22:11

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  2. August 8th, 2010 at 15:10

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