Swissonic MDR-2 – Erfahrungsbericht
Nach der Vorstellung der Swissonic MDR-2 geht es nun an’s Eingemachte. Ich habe meinen Notenständer missbraucht und habe die kleinen externen Mikrofone vom MDR-2 an dessen ausklappbare Metallhalter angeklippt. Die externen Micros haben so einen Abstand von ca. 60 cm. Bei der ersten Aufnahme stellte sich heraus, dass ich das linke Mikro etwas im Pegel senken musste, da links bei meinem Instrument die tiefen Töne sitzen und auch der meiste Teil der Melodie gespielt wird.
Hier zunächst die Aufnahme vom Maxfield G-Flash. Die ursprüngliche Aufnahme ist 1,6 Mb groß, in mono aufgenommen und hat eine Samplefrequenz von 32 Khz.
Die Aufnahme wurde mit Audacity normalisiert, so dass der Gleichstromanteil entfernt wird und die Amplitude so verstärkt wird, dass die Tonkurve die maximal mögliche Lautstärke erreicht. Weitere Bearbeitungen wie Leveler oder Kompressor wurden nicht angewandt.
Im Vergleich jetzt die Aufnahme vom swissonic MDR-2. Dies war mit 14,7 Mb deutlich größer, als die des G-Flash, in stereo und mit 44,1 Khz aufgezeichnet.
Hier einmal beide Originalaufnahmen im Vergleich, nicht normalisiert – so, wie sie sind. Oben der G-Flash und unten die Stereospuren des MDR-2:
Man erkennt deutlich, dass der MDR-2 die Aufnahme ohne Gleichspannungsanteil macht. Die Aufnahme ist durch die Möglichkeit des Einstellens des Eingangspegels natürlich deutlich stärker ausgesteuert. Der G-Flash ist hier fix. Wie man auf dem folgenden Bild sieht, sind beim MDR-2 digitale Störgeräusche nicht vorhanden. Wohl ist ein leichtes minimales Rauschen zu vernehmen, was aber während der Musik nicht wahrnehmbar ist und in Ruhephasen durch eine Nachbearbeitung mit Audacity entfernt werden kann.
Man muss fair sein: Dafür, dass die Aufnahmefunktion beim G-Flash nur eine Beigabe ist, ist diese ganz ok. Von einer Funktion, die als “Diktiergerät” bezeichnet wird, kann man sicherlich auch keine Konzertaufnahmen erwarten.
Der MDR-2 kommt beim Samplen hoch bis 44,1 Khz, was für mich ok ist. Auf meinen Aufnahmen hört man das vielleicht nicht so raus, aber prinzipiell merke ich doch, dass die Höhen irgendwann deutlich fehlen, wenn man mit der Samplefrequenz zu weit runtergeht.
Ursprünglich hatte ich Versuche gemacht Musikaufzeichnungen mit Mikrofon und Vorverstärker zu machen, das ganze am Computer angeschlossen. Unglücklicherweise ist mein Computer nicht ganz leise – ein leichtes Lüftergeräusch ist im Hintergrund immer zu vernehmen. Mit dem MDR-2 kann ich nun das geliebte Blechle ganz auslassen und meine Aufnahmen sogar mobil an beliebigen Orten machen.
Wie bei Robert Krüger diskutiert, eignet sich der MDR-2 sicherlich auch als Aufzeichnungsinstrument für’s Podcasting (mach ich ja mit meinem Concertina-Podcast prinzipiell auch), aus meiner Sicht wäre es hier aber schön, wenn des Gerät etwas schlanker wäre.
Fazit
Für mich bedeutet die bessere Aufnahmequalität einen großen Sprung nach vorne. Ich habe oft Folkstücke von anderen Spielern auf irgendwelchen Treffen mitgeschnitten, um sie dann zu Hause abzuhören und einzuüben. Im Kopf behalte ich sowas einfach nicht. Ich selbst spiele auch nach Noten, aber auch diese schreibe ich mir gerne aus gemachten Aufnahmen heraus. Es macht einfach mehr Spaß, wenn eine Aufnahme nicht so viele Störungen hat und gerade bei der Concertina ist es ganz lustig, wenn man die linke und die rechte Seite auch auf der Aufnahme heraushören kann.




